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Presse

Petz-Befehl an der Uni Hamburg

von Simone Pauls

Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz wird wegen ihres rüden Tons kritisiert und verspricht, nun geduldiger zu sein. Mitarbeiter von Professoren bis Verwaltungspersonal hatten beklagt, dass das Klima an der Uni rauer geworden sei. Das belegt nun auch ein internes Papier, das der "taz" vorliegt - Vorgesetzte werden zum Melden kleinster Verstöße der Mitarbeiter angehalten.

Der Leitfaden "Maßnahmen bei Verstößen gegen Dienst- und Arbeitspflichten" ging an alle leitenden Mitarbeiter. Eine schriftliche Verwarnung wird dort bereits vorgeschlagen, wenn ein Mitarbeiter unentschuldigt zu spät zur Arbeit kommt, eine Krankmeldung zu spät vorlegt oder sich nicht ans Rauchverbot hält. Der Chef soll aber entscheiden, ob die Verwarnung wirklich nötig ist oder ob es sich um einen Ausrutscher gehandelt hat. Auch eine Abmahnung können sich die Uni-Mitarbeiter leicht einfangen. Etwa, wenn sie unerlaubt vom Büro aus Privatgespräche führen oder sich weigern, Vertretungsaufgaben zu übernehmen.

Außerdem setzt die Universität auf ein "System der Denunziation", wie Kritiker es nennen. Verstöße sollen so früh wie möglich gemeldet werden. Außerdem muss von jedem Fehlverhalten ein Vermerk angefertigt und mit Angaben zu Zeugen "unverzüglich" an die Präsidialverwaltung gehen.

Die Gewerkschaft ver.di fasst die vergangenen Monate an der Hochschule so zusammen: "Ein Klima gegenseitigen Misstrauens ist entstanden." Den von vielen geforderten Rücktritt lehnt Monika Auweter-Kurtz ab. (paul)

Mopo vom 15.06.2009

http://www.fsrk.de/artikel_124.html [Stand 15. Juni 2009]