“Studiengebühren sind inakzeptabel:
Für die Fortführung des Verwaltungsgebührenboykotts
Wir rufen alle Studierenden auf, sich bei der Rückmeldung zum Wintersemester 2006/07 am Boykott der Verwaltungsgebühren
zu beteiligen und die entsprechenden 50 Euro statt an die Universität auf ein Treuhandkonto zu überweisen.”
Beschluß der studentischen Vollversammlung der Universität am 15. Juni 2006
Die Konferenz der Fachschaftsräte der Universität Hamburg erklärt: Studiengebühren sind anti-demokratisch, antiemanzipatorisch, anti-egalitär und anti-sozial.
Deshalb wird sie auch in diesem Semester zum exemplarischen Boykott der Verwaltungsgebühren aufrufen. Wie im letzten Semester sollen die Studierenden den Betrag von 50 Euro auf das Treuhandkonto des Vereins Gebührenfreie Bildung überweisen und den Rest von 190 Euro auf das Konto der Universität. Bei einer erreichten Anzahl von 13.000 boykottierenden Studierenden tritt die Wirkung des Boykotts ein und die Verwaltungsgebühren werden nicht an die Uni gezahlt. Da eine solche Zahl von Studierenden nicht Zwangsexmatrikuliert werden kann, wird damit der politische Druck auf den Senat für die Zurücknahme der Gebührenpflicht am Beispiel Verwaltungsgebühren erhöht. Bei nicht erreichen des Quorums wird das Geld an die Uni zum Rückmeldeschluß weitergeleitet.
Niels Kreller (Referent der Fachschaftsrätekonferenz): „Der Boykott richtet sich auf ein gebührenfreies Studium – also gegen die gestern beschlossenen 500 Euro und die bestehenden sogenannten Langzeitstudiengebühren und die Verwaltungsgebühren. Denn jede Form von Studiengebühren hat zum Ziel, daß die Studierenden Bildung als eine Ware begreifen sollen, die sie sich erkaufen müssen. Und nicht als ein Menschenrecht, daß wahrzunehmen die Grundlage für kritisches, allen Menschen verantwortliches Engagement in Bildung und Wissenschaft ist.“
Der Boykott richtet sich gegen die mit Studiengebühren gewollte Vereinzelung der Menschen, die durch das veränderte Bildungsverständnis und den finanziellen Druck hervorgerufen werden soll. Er wendet sich damit gegen die Politik von Handelskammern und Unternehmerverbänden, die mit der Verschlechterung der sozialen Lage der Studierenden und des kulturellen Drucks zur Verwertungskonformität die Menschen weiter ihrem Gewinninteresse gefügig machen wollen.
Kreller weiter: „Wohl dem, der gerne tut was von ihm verlangt wird, soll die Devise sein. Die Grundlage des Boykotts aber ist die Solidarität. Deshalb soll und braucht auch niemand die Entscheidung, ob er oder sie sich am Boykott beteiligt zu Hause alleine zu treffen. Wir machen Diskussions- und Informationsveranstaltungen, auf denen die Probleme und die Perspektive unseres Widerstands besprochen werden. Auch an der Erstellung von Publikationen können sich alle beteiligen. Solidarität ist eine Waffe, und wir setzen sie im Boykott ein. Wir wollen nicht nur ein gebührenfreies Studium erreichen, unser Ziel ist es, daß Bildung und Wissenschaft allen Menschen nützen, daß sie der menschlichen Entfaltung und der Überwindung der Menschheitsprobleme wie Krieg, Hunger und Massenarbeitslosigkeit dienen.“
Auch hierfür ist das solidarische Handeln der Menschen notwendig. Dieses Bewußtsein soll mit dem Boykott geschaffen werden.
„Studiengebühren solle nicht – wen wunderts – von den Unternehmen die sie wollen bezahlt werden, sondern von den Studierenden. Der Boykott aber wird zeigen, daß dies nicht funktioniert – weder bei 50 Euro Verwaltungsgebühr, noch bei 500 Euro. Wenn die Studierenden boykottieren, gerät Dräger und mit ihm die gesamte „Wachsende Stadt“ deren zentrales Element die Umstrukturierung der Hochschulen ist, ins Wanken. Wir wollen, daß der Rechtssenat über die Studiengebühren fällt“ so Kreller.